Der FCW geht viral

Die Sammlung aller Beiträge unseres FCW-Korrespondenten Beat Eberschweiler. 

Eine erste Kurzgeschichte – #StayAtFuckingHome

Leute, es steht schlimm. Wir haben die letzten beiden Wochen im Lockout-Modus gearbeitet, gekurzarbeitet, gehomeofficed, vielleicht gar nicht mehr gearbeitet – und da wäre es umso wichtiger, nein sogar zentral, dass wir uns abends unterhalten, streiten, miteinander fachsimpeln könnten. Über schwache Pässe, grauenhaftes Defensivverhalten, Schwalben, lausige Ecken, brillante Schiedsrichterleistungen.

Eine zweite Kurzgeschichte – die Quecke ist gemeiner

Mit feuchten Augen, leicht zittrigen Händen und selbst gebasteltem Mundschutz kniete er. Er kniete am Spielfeldrand, und freute sich still ob der Rückeroberung. Rückeroberung? Seit keine Düngemittel, keine Mähmaschine, keine Nocken- und Stollenschuhe mehr den Rasen malträtierten, eroberten längst vergessen gegangene Gräser ihr Territorium auf Platz 5 zurück.

Eine dritte Kurzgeschichte – Social Media bis zum bitteren Ende

Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Gut, vielleicht weniger auf dem Fussballplatz, das ist ja momentan unterbunden, aber in unseren Whatsapp-Gruppen. Hei, ist das lustig. Das naheliegendste Beispiel: «FCW/N Spieler ü50»

Eine vierte Kurzgeschichte – Langeweile

Langeweile ist die schmerzhafte zeitliche Dehnung von völliger Leere. Falls man sie nicht erträgt, lassen sich diese unausgefüllten Stunden bei Bedarf problemlos ausfüllen. Das nennt sich Zeitvertreib. Dessen Ausgestaltung hängt davon ab, ob man in der aktuellen Situation eher pessimistisch, optimistisch oder realistisch reagiert. Ob man aktiv oder faul ist. Ob man Stubenhocker oder Frischluftatmer ist. Ob man lokal verankert (FCZ) oder global unterwegs ist (GC).

Eine fünfte Kurzgeschichte – systemrelevant!

Man lernt in der Krise. Neue Wörter beispielsweise. Lockdown, Social Distancing, Stay At Fucking Home. Oder um es etwas gepflegter in unserer vierten Landessprache auszudrücken: Restar a chasa er ad bell’aura. Bleibt doch bitte zuhause, auch wenn es noch so schön ist da draussen.

Eine sechste Kurzgeschichte – Kurzarbeit

Danon Issouf Johannes Djourou Gadjere durchbricht gerade die unerträgliche Sportberichtsleere. Wikipedia meint, dass er zurzeit beim FC Sion tschutte. Wir wissen es besser, denn er hat das Spielfeld gewechselt und geht zurzeit gerichtlich gegen CC vor.

Eine siebte Kurzgeschichte – Kédjénou

Es herrschen triste, farblose Zeiten. Erlauben wir uns darum, nochmals ungefragt auf Johan Djourou zurückzugreifen. Wer glaubt, das sei noch so einer, der nur einem Ball nachrenne, eine schöne Frau und viele Autos, aber wenig im Kopf habe, der täuscht sich gewaltig.

Eine achte Kurzgeschichte – Kochen

Kochen, so steht es in vielen Artikeln zur Bekämpfung der Langeweile, sei eine sinnstiftende Beschäftigung. Wir könnten ihr daheim lustvoll nachgehen, jetzt wo die exquisite Fussballplatzgastronomie auf der Sportanlage geschlossen hat.

Eine neunte Kurzgeschichte – HHHHH

Die Möglichkeiten, der momentanen Leere und den eigenen vier Wänden zu entfliehen, sind unbegrenzt. Man fläze sich aufs Sofa, schliesse die Augen, lege sich einen Fussball auf den Bauch, schalte das Hirn ein, und denke an eine Zahl oder an einen Buchstaben – und los geht’s.

Eine zehnte Kurzgeschichte – Sparwasser

Fussballländerspiel, Deutsche Demokratische Republik gegen Bundesrepublik Deutschland, 22. Juni 1974, 77. Minute, Jürgen Sparwasser.

Der 1:0-Sieg des Aussenseiters war eine sportpolitische Sensation – die Kluft zwischen der kommunistischen, realsozialistischen DDR und der nach westlichem Vorbild funktionierenden BRD war damals nicht nur im Fussball riesig. Die Abgrenzung fand auf allen Ebenen statt, nicht zuletzt auch in der Sprache. «West-Begriffe» waren drüben verpönt, und wurden durch DDR-Konstrukte ersetzt. Die in Kurzgeschichte Nr. 8 erwähnte Sättigungsbeilage ist so ein Wort, aus dem ständigen Problem der Bedarfsunterdeckung entstanden. Sättigungsbeilage steht eigentlich für Kartoffeln, Reis oder Nudeln. Weil aber bei Druck der Speisekarte nie klar war, was gerade verfügbar war – eben, diese blöde Unterdeckung – entstand der ergebnisoffene Sammelbegriff.

Eine elfte Kurzgeschichte – 2047

Wir schreiben das Jahr 2047. Mein hochbetagter und sportinvalider Grossvater erzählt von damals. Damals, so um 2020 herum, als die erste coronale Pandemie über Europa fegte. Es war erst der Anfang, aber das wusste zu jener Zeit natürlich noch niemand. Wir haben jetzt viel Zeit miteinander zu plaudern, denn der diesjährige Lockdown dauert nun schon elf Monate.

Eine zwölfte Kurzgeschichte – Carl

Aurel Stodola, Johann Heinrich Waser, Heinrich Möckli, Carl Spitteler und Johann Jakob Steinbrüchel hatten alle Grosses geleistet und sind jetzt tot. Diese beiden Voraussetzungen braucht es, um ein Strassenname werden zu dürfen. Dass man unserem Carl, immerhin ein Literaturnobelpreisträger, klammheimlich seinen Haltestellennamen durch Zentrum Witikon ersetzt hat, ist unschön, aber nun mal der Lauf der Zeit.

Eine dreizehnte Kurzgeschichte – Fossil

Wenn man über Fossilien spricht, muss man zwischen echten und falschen Exemplaren unterscheiden. Erich Vogel, Graue Eminenz von GC, ist entgegen allen Behauptungen kein echtes Fossil. Er erfüllt nur zwei der drei Kriterien, die ein Fossil zu einem Fossil machen.

Eine vierzehnte Kurzgeschichte – Schmande

Das kommt davon, wenn man die Leserschaft konsequent mit einem Ein-Wort-Titel anlocken möchte. Dabei will ich jetzt über die Schande und über die Schmach sinnieren, und zwar nicht im biblischen, sondern im fussballerischen Kontext.

Eine fünfzehnte Kurzgeschichte – Wang

GC ist chinesisch. Die Grashüpfer gehören Frau Wang. In allen Medien wird gerätselt, warum sie sich das angetan hat, dabei liegt die Antwort auf der Hand. Frau Wang ist Kunstliebhaberin, sie leitet eine futuristische Galerie in Shanghai. Ihr kunstgeschichtliches Herz schlägt aber ganz offensichtlich nicht für Renaissance oder Barock, und ganz klar auch nicht für Romantik oder Realismus.

Eine sechzehnte Kurzgeschichte – Webmaster

Alles steht still. Das Training, der Spielbetrieb, das Leben schlechthin. Und wenn sich nichts auf den Rasen bewegt, dann sind natürlich auch die Websites der Vereine paralysiert – triste, öde Sackgassen ohne Update. Verständlich, dass die Webmaster abwarten, bis da wieder etwas vom BAG und von FVRZ kommt. Alle Webmaster? Ein Blick auf die Homepages der Zürcher Fussballvereine soll es weisen – aber es sei vorausgeschickt: Der zeitliche Aufwand für die Recherche auf deren Websites steht in keinem Verhältnis zum Ergebnis.

Eine siebzehnte Kurzgeschichte – Zahlensalat

Früher, ja früher hatte alles noch seine Ordnung. Die einlaufenden Spieler trugen ordentlich die Rückennummern 1 bis 11, die Ersatzbank 12 plus. Die Zahlen erlaubten es den Zuschauern, die Spieler besser zu identifizieren und den jeweiligen Positionen zuzuordnen.

Eine achtzehnte Kurzgeschichte – leicht

In unserem nördlichen Nachbarland wird vermehrt darauf geachtet, dass nicht nur der Zugang zu öffentlichen Gebäuden, sondern auch zur Sprache barrierefrei ist. Das Mittel dazu nennt sich Leichte Sprache. Sie soll jenen Menschen helfen, die aus unterschiedlichen Gründen Probleme mit zu langen Sätzen, komplexem Satzbau und selten benutzten Wörtern haben. Zielpublikum sind also Menschen mit einer anderen Muttersprache, Leute mit Lernschwierigkeiten und Fussballer. Hier sind explizit nur die männlichen Exemplare gemeint.

Eine neunzehnte Kurzgeschichte – Nahreisen

Endlich Ferien. Koffer packen und los. Waren das noch Zeiten, als wir sorglos und wild im «grossen Kanton» herumreisen konnten: Konstanz, Braunschweig, Weimar, Bad Bertrich (klingelt was?). Wieder daheim, tauschte man sich mit Anderen über die Reiseerlebnisse aus. Und stellte erstaunt fest, dass man ja in Berlin dieselbe Ausstellung besucht und in Hamburg am Elbstrand im selben Strandkorb gesessen hatte. Die Welt ist eben klein.

Eine zwanzigste Kurzgeschichte – Fernreisen

Endlich Ferien. Koffer packen und los. Waren das noch Zeiten, als wir sorglos und wild in der Welt herumreisen konnten: New York, Uluru, Sharm el Sheikh, Serengeti, Maccu Picchu. Wieder daheim, tauschte man sich mit Anderen über die Reiseerlebnisse aus. Und stellte erstaunt fest, dass man ja auf Rathafandhoo denselben grossen Napoleon-Fisch gefüttert und auf dem Sunday Market in Pukhet bei demselben lederhäutigen Engländer sein Armband gekauft hatte. Die Welt ist eben klein.

Eine einundzwanzigste Kurzgeschichte – Wilson

Meine Katze mag mich plötzlich. Ich bin ständig zuhause, füttere sie gefühlte 17x am Tag und rede oft mit ihr. Auch sonst kommt der Alltag verändert daher: Ich lese in der Zeitung mehr als bloss den ausgedünnten (bis inexistenten) Sportteil. Ich höre intensiv alle mögliche Musik und spiele gegen namenlose Tadschiken und Koreaner Schach auf einer Chess-App. Ich beobachte im Garten die Spinnen und Wespen, mit den niedlichen Mauerbienen habe ich auch schon begonnen zu reden. Und mit Wilson, meinem persönlichen Ball, wie Tom Hanks einen hatte auf seiner Insel. Mit ihm führe ich unterdessen regelmässig Selbstgespräche, frage ihn um Rat, erzähle von meinem Ausflug zum Müllcontainer, erkläre ihm die Sizilianische Verteidigung 1. e2–e4 c7–c5 etc. Ich bin sicher, Wilson bewahrt mich vor dem Wahnsinn, vor völliger Verzweiflung und Vereinsamung.

Eine zweiundzwanzigste Kurzgeschichte – 3

Die freundlichst formulierte Bitte an total 52 (!) FCW Trainer*innen, Funktionär*innen, Vorstandsmitglieder*innen, mir doch Stichworte, Begebenheiten, irgendwas zu schicken, damit ich Sinnvolles zu schreiben habe – sie verhallte weitestgehend im Nirwana des momentan stillgelegten Clubs. Danke Gisela, Paul und Piero, Ihr löblichen 5.8 Prozent Gegen-den-Strom-Schwimmenden. @Gisela: hatte dir ja geschrieben: keine 10% Rücklauf…

Eine dreiundzwanzigste Kurzgeschichte – Parthenogenese

Nehmen wir einmal an, jeder ältere Hobbyfussballer nimmt wegen der Trainingspause wöchentlich so etwa 0,5 kg zu. Nehmen wir des Weiteren an, dass der trainingsmässige Lockdown acht Wochen dauert. Das hiesse, dass jeder Veteranenspieler 4 kg mehr auf die Waage bringt, wenn es wieder losgeht.

Eine vierundzwanzigste Kurzgeschichte – Delphine

Jetzt, wo der Fussball und damit auch die Welt stillsteht, werden sie überall um ihre Meinung gefragt, die Präsidenten, die Trainer, jene paar Spieler die brauchbare Sätze herausbringen. Wie soll es weitergehen? Wie soll die angebrochene Saison ordentlich abgeschlossen werden? Oder grundsätzlicher: Ist das das Ende von allem? Berührende Fragen, die nach fundierten Antworten verlangen. Wir machen da keine Ausnahme und haben das Gespräch mit den Entscheidungsträgern des FC Witikon gesucht.

Eine fünfundzwanzigste Kurzgeschichte – Fehdel

Bin im Sparmodus, habe frech zusammengeklaut, das Geklaute gefiltert und sortiert.

Philosophische Betrachtungen
«So ist Fussball – manchmal gewinnt der Bessere» (Lukas Podolski)
«Die Realität ist anders als die Wirklichkeit» (Berti Vogts)
«Qualität kommt von Qual» (Felix Magath – wer denn sonst)
«Das Gegentor fiel zum psychologisch ungünstigsten Zeitpunkt. Aber man muss an dieser Stelle auch einmal die Frage stellen, ob es Gegentore gibt, die zu einem psychologisch günstigen Zeitpunkt fallen» (Christoph Daum)

Eine sechsundzwanzigste Kurzgeschichte – Zeitreise

Lieber Hans, lieber Ivo, lieber Martin. Liebes Redaktionsteam des Geschäftsberichtes 2019. Die ordentliche GV des FCW vom 23. März 2020 fand nicht statt, und es besteht die Gefahr, dass der im Vorfeld produzierte Bericht untergeht. Das hat er nicht verdient.

Eine siebenundzwanzigste Kurzgeschichte – Werbung

Auf der ewigen Suche nach neuen Themen bin ich neulich im WWW herumgesurft. Mit dem Suchbegriff «FC Witikon» landet man leider auf eher unergiebigen Seiten; der clubeigenen Homepage natürlich (wo man mal über ein Facelifting und andere Gliederung diskutieren könnte) dem Facebook-Auftritt, den Twitter- und Instagram-Accounts, dem FVRZ, der Transfermarktseite. Letztere ist ziemlich leer, respektive alle FCW-Spieler sind gratis, ablösefrei, franko frei Haus lieferbar zu haben.

Eine achtundzwanzigste Kurzgeschichte – ungünstigst

Wer erinnert sich noch an den «verschnupften» Christoph Daum? Nach Vorwürfen gab der damals erfolgreiche Trainer von Leverkusen freiwillig eine Haarprobe ab («ich habe ein reines Gewissen»). Er wollte der Welt beweisen, dass es kein Kokser sei. Der Test fiel positiv aus. Es war eines der gröberen Eigentore in der Geschichte des Fussballs.

Eine neunundzwanzigste Kurzgeschichte – stumped

Kennen Sie Engländer? Ein recht eigenes Völkchen, indeed. Man sagt, kulinarisch unterversorgt, politisch etwas eigenbrödlerisch, absolut wetterfest, modisch leicht spleenig, dazu wettsüchtig und tooootaaaal spielverrückt. Kurz, sie hätten einen an der Waffel. Aber! Die Engländer haben viele Sportarten erfunden. Fussball zum Beispiel, obwohl eigentlich atypisch, denn dieses Spiel ist simpel, das Spielfeld überschaubar, und die Zählweise auch.

Eine dreissigste Kurzgeschichte – Farbenkunde

Die Torhüter tun einem besonders leid. Ihre schrillen Leuchtfarbenoberteile sind dabei noch harmlos. Mit dem Suchbegriff «Torhüter im modischen Abseits» kann man allerdings in echte Abgründe eintauchen. Was die armen Kerle tragen müssen...

Eine einunddreissigste Kurzgeschichte – kugelrund?

«Der Ball ist rund» besagt die Fussballphilosophie. Und dreidimensional wie er aufgepumpt nun mal ist, ist er eine Kugel. Die Erde ist auch eine Kugel... Nein, ist sie eben nicht. Sie ist nicht völlig rund. Sie ist eigentlich ein Rotationsellipsoid. Das ist so, weil sie wegen der Fliehkräfte leicht verformt ist. Sie ist an den Polen etwas abgeflachter als am Äquator.

Eine zweiunddreissigste Kurzgeschichte – Eckfahnen

Sie stehen ziemlich nutzlos an den Ecken des Spielfeldes, die Eckfahnen. Ganz selten und kurz erhielten sie ein wenig Beachtung, als man sie noch aus ihren Bodenhülsen ausstöpseln und beiseite schmeissen durfte, damit der einen Eckball Tretende genügend Platz hatte. Aber seit das untersagt ist, haben sie noch weniger zu tun.

Eine dreiunddreissigste Kurzgeschichte – Feierabend

17:00 Uhr. Endlich. Feierabend. Bleistift fallen lassen. PC runterfahren. Ausstempeln. Im Fussball würde ein solches Verhalten weniger goutiert. Denn Fussball hört nie um 17:00 Uhr oder in der 90. Minute auf. Im Fussball ist es oft umgekehrt: Es ist diese kurze Zeit über das offizielle Arbeitsende hinaus, wo sich Erstaunliches zuträgt.

Eine vierunddreissigste Kurzgeschichte – bäumig

Der Ausflugtipp auf den Loorenturm (Kurzgeschichte Nr. 17) war eine Niete. Der Turm war natürlich genauso gedownlocked und brettervernagelt wie viele andere Hotspots. Aber so ein Wald gibt ja mehr her als einen Turm, weshalb das Witiker Urgestein Piero Buchli sofort auszog, um Alterativen auszumachen. Und siehe da, was fand er im Wald ob Witikon? Einen Baum!

Eine fünfunddreissigste Kurzgeschichte – Effizienz

Fussball ist der tollste Sport überhaupt. Fussball ist aber leider auch ein Laufsport. Das wird unsereins immer schmerzlich bewusst, wenn eine neue Saison ansteht. Dann heisst es zuerst ohne Ball ab auf Finnenbahn, Waldwege, Vitaparcour, Treppenstiegen.

Eine sechsunddreissigste Kurzgeschichte – XI

Regel XI (elf) der FIFA, die sogenannte Abseits-Regel, ist eigentlich ganz simpel.

Eine siebenunddreissigste Kurzgeschichte – Bescheidenheit

Als erfolgreicher Fussballer in den grossen Ligen Europas verdient man echt viel Kohle. Es stellt sich für diese jungen Männer die schwierige Aufgabe, wie man das gute Geld intelligent investieren soll. Vielleicht in den Schutzkauf grösserer Urwaldflächen im Amazonasgebiet? Oder in den Bau von Genossenschaftswohnungen?

Eine achtunddreissigste Kurzgeschichte – Feuchtgebiete

Was den einen das Old Trafford oder die Anfield Road, das ist uns der Hau, der erste Tschuttiplatz des FC Witikon. Er war schon immer etwas holprig, aber meistens einfach feucht und lehmig-klebrig. Das war der Grund, wieso Bauer Krebser kurz nach Kriegsende problemlos auf dieses Stück Feld verzichten konnte. Der Boden gab einfach nichts her.

Eine neununddreissigste Kurzgeschichte – Konjugation


Es ist ein anständiges Wort, entgegen vielleicht erster Befürchtungen. Es geht um Grammatik.

Das Schutzkonzept des FC Witikon sieht verschiedene Massnahmen gegen den Virus vor. In den komplexen und zahlreichen Bestimmungen finden sich ein paar sehr schöne Verben. Ihre (zugegeben völlig unnötige) Konjugation offenbart die Komplexität und Schönheit unserer Schriftsprache.

Eine vierzigste Kurzgeschichte – Gedankenblitz

Da ging mir neulich etwas kurz durch den Kopf.

Die Restaurants sind wieder geöffnet. Ich ging natürlich sofort hin, als Gast, und wusste ohne zu zögern wie das geht, Gast sein. Irgendwann sind auch die Stadien wieder offen. Leider werden viele Hooligans ohne zu zögern auch wieder wissen, wie das geht, Hooligan sein.


Beat Eberschweiler
FCW-Korrespondent
homeoffice, putzmunter

Eine einundvierzigste Kurzgeschichte – Marx

Subito! Subito sollen sie wieder loslegen, die Profis in ihren Proficlubs mit ihren Profiwerbeverträgen und den profimässigen Vertriebssystemen, mit oder ohne Hygienekonzept, egal. Es muss wieder gespielt werden, notfalls auch in Geisterspielen.

Eine zweiundvierzigste Kurzgeschichte – galaktisch

Was ist der Sinn des Lebens? Woher kommen wir? Wohin gehen wir? Was ist unser Daseinszweck?

Eine dreiundvierzigste Kurzgeschichte – Maskenball

Die Welt ist zurzeit ein einziger grosser Maskenball: N95, KN95, 3MᵀᴹVFlexᵀᴹ, FFP2, FFP3. Das Tragen von zertifizierter Masken-Massenware wird nachdrücklich empfohlen. Ich oute mich: ich bin schon etwas länger im Maskengeschäft. Ich habe Archäologie und Volkskunde studiert, und weiss: Es trugen schon die Ägypter und Mykener Masken – allerdings erst wenn sie tot waren. Man denke an die äusserst wertvollen Exemplare für Tutanchamun und Agamemnon. Von Abraham Lincoln und Lenin wurden Totenmasken erstellt, eine entschieden billigere Variante, einfach ein Gipsabguss ab frischer Leiche.

Eine vierundvierzigste Kurzgeschichte – madrilenisch

In Spaniens Primera und Segunda División ist aktuell ein halbes Dutzend Teams aus Madrid mit dabei. Bei meinem letzten Besuch sah ich live den verrückten El Cholo, Diego Simeone, als er bei Atleticó einmal mehr die Seitenlinie malträtierte. Und ich besuchte das Bernabéu, bestaunte den Rasen, die riesige Trophäensammlung und den exquisiten Wellness-Bereich der Mannschaften. Zugegeben, ich war kurz versucht, in der vierstöckigen (!) Shopping Mall, dem «Fan-Shop» von Real, ein kleines Vermögen liegen zu lassen…

Eine fünfundvierzigste Kurzgeschichte – Limerick

Besser als Wikipedia geht’s nicht, darum copy-paste: Ein Limerick ist ein kurzes, in aller Regel scherzhaftes Gedicht in fünf Zeilen mit dem Reimschema a-a-b-b-a.

Weit herum bekannt ist natürlich der Klassiker von Mani Matter:
Dr Sidi Abdel Assar vo El Hama het mal am Morge früeh no im Pyjama ir Strass vor der Moschee zwöi schöni Auge gseh das isch dr Afang worde vo sym Drama.

Eine sechsundvierzigste Kurzgeschichte – Schicksale

In der 43. Kurzgeschichte plauderte ich kurz über Kevin Pezzoni vom FC Köln, weil er am Karneval einen Schlag erhielt. Er hat mir keine Ruhe gelassen, weil: Wer ist er?

Er gehört zu den Abertausenden, irgendwann mal kurz ganz weit oben Spielenden, aber oft irgendwo weiter unten Herumdümpelnden, und irgendwann sang- und klanglos von der Bühne Verschwindenden. Gut, gibt es heute das Internet und Google.

Eine siebenundvierzigste Kurzgeschichte – Sonderfall

Auch der FC Maur hat neulich eine Kurzgeschichte publiziert, in der Maurmer Post Nr. 16, 2020. Im Beitrag kommen die Bälle zu Wort, die in ihren Spielerschränken verkümmern und langsam ihre Luft verlieren. Sie hoffen inständig, endlich wieder aufgepumpt, mit den Füssen gestreichelt oder getreten und im gegnerischen Netz versenkt zu werden.

Das alles ist extrem verständlich und nachvollziehbar. Wo ich dann aber doch stutzte, das war beim Schlusswort, wo es hiess: «Im Namen von 302 Fussbällen: Gutes Training und bleibt gesund!»

Eine achtundvierzigste Kurzgeschichte – Schlussspurt

«Corona ist ein Marathon, kein Sprint» wiederholen Bundesrat und Bundesamt für Gesundheit mit der Regelmässigkeit eines Schweizerischen Uhrwerks. Recht haben sie natürlich. Und dennoch werden nun langsam die Lockdown-Restriktionen stufenweise aufgehoben.

Eine neunundvierzigste Kurzgeschichte – Traktor

Dass ein im Fussball tätiger Verein mit «FC» beginnt, ist logisch und konventionell. Ein bisschen origineller sind Zusätze wie «Fortuna» oder «Eintracht» oder «Viktoria» oder «Wacker». Ebenfalls verbreitet, aber bereits weniger klar ist «VfL», was steht für «Verein für Leibesübungen» – erinnert ein wenig an Jack Günthard und Jane Fonda.

Eine fünfzigste und letzte Kurzgeschichte – «ich habe fertig»

Es gibt für Fussballer kein Anrecht auf ein Abschiedsspiel. Die Reglemente sind hier eindeutig. Andererseits ist es Vielen ein Bedürfnis, sich angemessen verabschieden zu können, aus der Nationalmannschaft, aus dem Verein, auf dem Höhepunkt der Karriere oder später.

Über den FC Witikon

Der FC Witikon ist ein mittelgrosser Verein am Stadtrand von Zürich. Wir bieten eine qualitativ hochstehende Fussballinfrastruktur für Jungen und Mädchen ab 5 Jahre und für Männer und Frauen bis 99 Jahre.

Kontakt

FC Witikon
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