Von spielerischen Qualitäten und Teamgeist

Die Senioren mussten nach dem Abstieg aus der Meisterklasse einen Neuanfang proben, sind aber (noch) nicht richtig aus den Startblöcken gekommen.

Von Robi Wildi, Spieler Senioren 

Sommer 2007, irgendeinmal musste der Zeitpunkt ja kommen: Das legendäre FCW-Senioren-Team, vor vielen Jahren von Witiker Urgesteinen und Sympathieträgern aus der Taufe gehoben, hat eine personelle und altersbedingte Zäsur erfahren. Dies, obschon die meisten Herren, welche sich teils mit weit über 40 Lenzen aber kaum grauen Haaren und noch weniger Fettpolstern zu den Veteranen verabschiedet haben, auch bei den 32 bis 40 jährigen Senioren noch eine durchaus gute Figur abgegeben hatten. Wir wussten es alle: Dieser Abstieg aus der Meisterklasse war mehr als unnötig. Sei es drum, mit der logischen Entscheidung, ab sofort ein Veteranen-Team ins Rennen zu steigen, hat er nichts zu tun.

Auf der Strecke, respektive bei den Senioren, verblieben die Jahrgänge 68 und jünger. Noch zu frisch und unverbraucht für die Altherren-Liga, aber auch nicht mehr ganz so wendig wie zu den besten Aktiv-Zeiten, mussten sie den Stamm für ein neues Team bilden. Frisches Blut war nicht nur gefragt, sondern dringend gefordert. Doch so einfach ist es eben nicht, in dieser Alterskategorie neue Spieler anzuwerben. An dieser Stelle gebührt Faxe (Daniel Fuchs), eigentlich schon Veteran aber unverwüstlicher Organisator und Antreiber auch bei den Senioren, wie auch Gianfi (Gianfranco D’Onofrio), ein spezieller Dank. Letzterer übernahm das Traineramt und outete sich an seinem Arbeitsplatz, einer Privatbank, als gewiefter Spieler-Scout. Faxe haben wir es zu verdanken, dass der FCW in der Seniorenkategorie des Fussballverbands überhaupt noch geführt wird. Nachdem sich nämlich Short (Martin Lang), der die (administrativen) Fäden der Senioren-Truppe über Jahre fest in den Händen hielt und uns neben tollen Güggeli-Essen in Tuggen oder Pizza-Plauschabenden in Rapperswil auch grandiose Trainingslager in Garda (I) ermöglichte, ebenfalls zu den Veteranen verabschiedete, drohte das führungslose Senioren-Schiff kurzzeitig zu entern. Nun eben: Die genannten drei Herren haben es uns (faulen Säcken) nun doch ermöglicht, wieder in einer Meisterschaft mit zu spielen.

Es kann (muss) noch besser werden

Über den Verlauf der Vorrunde in der Promotionsklasse braucht es keine überdimensionierten Schilderungen, eher ein paar Stichworte: Mässig, durchzogen, unter den Erwartungen. Mit einem Vorurteil sei aber gleich zu Beginn aufgeräumt. Die Meisterklasse ist bei den Senioren weiss Gott keine Über-Liga. Das haben wir nun in der Promotions-Gruppe erfahren, wo wir auf einige Gegner getroffen sind, die auch in der höchsten Spielklasse locker mithalten könnten. So ist es kein Wunder, dass wir neben ein paar Siegen auch Niederlagen einstecken mussten. Die Vorrundenbilanz ist wenig ruhmreich: Aus acht Spielen haben wir die Hälfte der Punkte (12) ergattert und liegen mit einem (immerhin positiven!) Torverhältnis von 33:22 auf dem sechsten Tabellenrang (von neun Teams…).

Woran hat es denn nun gelegen? Da gehen die Meinungen innerhalb des Teams wie auch von scharfen Beobachtern der FCW-Senioren-Szene auseinander. «Zu wenig spielerische Klasse und zu wenig Kondition», monieren die einen (intern), welche zu Recht einen konsequenteren Trainingsbesuch jedes einzelnen fordern. «Kein Teamgeist!» haben andere (vor allem extern) festgestellt und treffen damit auch die Meinung von einigen Spielern im Team.

Korrekt ist wohl beides. Eine Mindestanzahl Nasen braucht es am Montagabend halt einfach, damit Gianfi, Faxe oder Roger ein geordnetes Training durchziehen können. Und dass Abwesenheiten dem Trainer vorher gemeldet werden, kann von berufstätigen Männern, meist mit Handy ausgerüstet, sicher auch verlangt werden. Dass aber Absenzen vorkommen, und dies mit Sicherheit häufiger als bei den Aktiven und Junioren, muss an dieser Stelle auch nicht hinterfragt werden.

Wie stehts mit dem Teamgeist? Dass dieser nach einem halben Jahr mit einem Kader, das zu fast 50 Prozent aus neuen Spielern besteht, noch nicht gefestigt sein kann, ist auch klar. Da haben uns die Veteranen, eine eingespielte Truppe auf (siehe Veteranen-Tabelle) und neben (siehe Elefant-Stammtisch) dem Platz noch einiges voraus. An Vorbildern wächst man aber und zum Glück haben wir diese meistens noch ganz nah bei uns (ist weder ironisch noch sarkastisch gemeint!). Sei es bei Meisterschaftsspielen, wo der eine oder andere immer wieder aushilft, oder im legendären Trainingslager, welches wir zusammen mit den Veteranen Ende März in unserer Wahlheimat Garda geniessen können. Und wenn wir dann danach auch noch fleissig ins Training gehen, kann der Aktion «Das Feld von hinten aufrollen» in der Rückrunde eigentlich nichts mehr im Wege stehen. Und wenn es nicht klappt, ist das auch nicht so tragisch.

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