Junioren A am Gothia-Cup in Göteborg, 13. bis 20. Juli 2003

Am Sonntag, den 13. Juli 2003 machte sich eine motivierte Truppe von 21 Leuten (18 Spieler und drei Betreuer) auf nach Göteborg (Schweden) ans grösste Jugendturnier der Welt.

Fast pünktlich erschienen alle am Flughafen Kloten um 15.00 Uhr beim Gruppen-Check-in. Nach dem Einchecken und nach kurzer Verabschiedung unserer Eltern sassen wir auch zwei Stunden später schon im Flieger nach Kopenhagen. Ohne auch nur etwas von einem der schönsten Flughäfen Europas gesehen zu haben, ging es dann weiter mit einem ca. halbstündigen Flug nach Göteborg. Dort angekommen, wurde rasch alles in einen Car umgeladen (der Letzte wird am Schluss immer der Schnellste sein, «gäll» Thomas!), mit welchem unsere Mannschaft ins Frölunda Gymnasium transportiert wurde, unsere Unterkunft für die nächsten sechseinhalb Nächte.

Begehrte Damen, Mc Donalds und «Hügelaktionen»

Im Frölunda Gymnasium bekamen wir unser Zimmer von einer der begehrtesten - wenn nicht von DER begehrtesten - Dame der restlichen Zeit abgegeben. Dann ging es ums Einquartieren, was auch ohne grössere Streitereien über die Bühne gebracht wurde (gegen Rajah hatte keiner eine wirkliche Chance!). Für mehr als einen ersten kurzen Aufenthalt in unserem für die restliche Woche zweitem Heim, dem Mc Donalds, reichte es dann nicht mehr. Müde von einer anstrengenden Anreise kam es nur noch zu einer «Hügelaktion» auf Anthony, was nicht die Letzte bleiben sollte.

Vorbereitung auf das erste Spiel

Um halb acht am nächsten Morgen war Tagwache. Veschieden fit machten wir uns als Mannschaft auf zur Mensa, wo wir unser erstes «schwedisches Morgenessen» einnehmen konnten. Nach einer sprichwörtlichen Oddyse gelangten wir im Halbschlaf endlich zu dieser Mensa, wo wir in Ruhe ein ausgewogenes Frühstück (Cornflakes und Eier) genossen. Nach dieser Tortur waren nun auch die Letzten (Foyan, den man als Morgenmuffel bezeichnen kann) ganz aus ihren Träumen aufgewacht. Zurück in unserem Quartier folgte ein erstes Training, unter Anderem als Vorbereitung auf unser erstes Spiel, das am Nachmittag folgen sollte.

Witikon - Dar Hero FC (Tansania) 1:2

Unser erster Gegner hiess Dar Hero, eine Schülermannschaft, die den nicht geraden nahen Weg aus Tansania hinter sich liess. Nichts über diese Afrikaner wissend kamen wir in der ersten Halbzeit mal so richtig auf die Welt. Zahlreiche gute Chancen liessen diese allerdings ungenutzt, so dass wir zur Halbzeit nur 0:1 hinten lagen. Alles war also noch offen. Neu motiviert kamen wir aufs Spielfeld zurück und dominierten unseren Gegner zeitweise sogar. Leider konnten wir aus mindestens vier hervorragend herausgespielten Chancen nur ein Tor durch Luca markieren, was auch auf fehlendes Glück zurückzuführen war (zwei Latten- und ein Pfostenschuss!). Schliesslich verloren wir 1:2. Enttäuscht und müde kehrten wir ins Gymnasium zurück. Nach dem Abenessen und einer weiteren «Hügelaktion» (auf wem wohl?) schliefen und träumten wir über einen ersten Tag in Schweden.

Witikon - TSV Drelsdorf (Deutschland) 7:0

Noch motivierter als am Tag zuvor standen wir schon um halb zehn gegen den TSV Drelsdorf aus Deutschland auf dem Platz. Wir gewannen mit 7:0 und überzeugten spielerisch wie auch kämpferisch. Gewappnet für das starke Frölunda- Team genossen wir den Abend, die einen im Freizeitpark Lieseberg, die anderen mit einer Grillade auf dem Stein, Martin, Bernard und Thomas in einem Restaurant.

Witikon - V. Frölunda IF (Schweden) 0:1

Am nächsten Tag stand das Spiel gegen den Heimclub V.Frölunda an. Nach einer wirklich tollen Leistung verloren wir gegen diesen starken Gegner mit 0:1. Leider verletzte sich Luca bei diesem Spiel am Kopf, so dass er die restlichen Spiele nicht mehr spielen konnte. Er gesellte sich zu Sandro Galfetti, der schon die ganzen vorhergehenden Partien aufgrund eines Wadenbeinbruchs noch während der Saison, nicht spielen konnte. Leider verpassten wir somit als Gruppendritter den Einzug in die A-Finals. Am Anfang noch ein bisschen traurig darüber, warteten wir dann aber doch gespannt auf unsere nächsten Gegner in den B-Finals.

Witikon - Davenant FC (England) 5:2 n.P.

Am Donnerstag warteten zwei Spiele auf uns. Nach einem Freilos mussten wir gegen eine Mannschaft aus England, den Davenant FC ran. Obwohl wir klar besser waren als diese, kamen wir nicht über ein 1:1 hinaus. Wir mussten also ins Elfmeterschiessen. Da Rajah riesig hielt (ein Spieler der Gegner konnte durch fragwürdige Entscheide des Schiedsrichters gleich drei mal schiessen, ohne Erfolg!) und da Pät, Jaspi alias J.J., Wieland und Marc - der nur einen leichten Sonnenbrand hatte - ihre Elfmeter sicher verwandelten, standen wir im Halbfinal des B-Turniers!

Witikon - Vaksala SK (Schweden) 1:0

Das zweite Spiel an diesem Tag fand am späteren Nachmittag statt. Gegen eine Mannschaft aus Schweden, Vaskala. Und da das sonst so schöne Wetter gegen Abend zu einem regelrechten Wasserfall ausartete, war es noch schwerer, gegen diese physisch extrem starken Schweden ein gutes Spiel zu absolvieren. Trotzdem gelang uns das, und wir gewannen nach einem Tor von Wieland mit 1:0. Unsere Verletztenliste wurde allerdings noch länger. Patrick zog sich eine starke Prellung zu und konnte somit im Final am folgenden Tag nicht spielen, wie auch Jasper, der starke Schmerzen an der Hüfte verspürte! Aber wir waren im B-Final und diese Freude war, obwohl wir dies eigentlich alle erwartet hatten, gross!

Final: Witikon - Ramlösa BOIS (Schweden) 1:0

Der Tagesablauf am Freitag war eigentlich wieder der gleiche, wie auch die Tage zuvor. Aufstehen um halb acht, Morgenessen und danach ein leichtes Lauftraining, damit wir alle fit und wach wurden. Dann zwei Stunden frei, relaxen und eine individuelle Matchvorbereitung. Anschliessend besammelten wir uns und gingen auf den Platz. Ein gutes intensives Warm up, diesmal geführt durch Baldrian, und los ging es. Wir hatten nur ein Ziel: den B-Final der B19 zu gewinnen. Dies gelang uns schliesslich auch, durch einen 1:0 Sieg gegen Ramlösa BOIS und durch ein Tor meiner Wenigkeit, nach einem genialen Abkick Rajahs über das gesamte Feld! Spezial!

Das Fazit

Hier an dieser Stelle ist es Zeit ein Fazit zu ziehen: Da die Gruppenersten und Gruppenzweiten unserer Gruppe, Dar Hero und Frölunda später im A-Final standen, und da wir den B-Final gewannen, können wir mit gutem Gewissen sagen, dass wir die stärkste Gruppe unseres Jahrganges hatten. Und hätten wir gegen Dar Hero ein bisschen mehr Glück gehabt, wären vielleicht wir in diesem Final gestanden.

Anschliessend folgte die Siegerehrung, gleich darauf das Abküssen der Preisübergeberinnen und die Rückfahrt zurück ins Gymnasium. Den Rest des Abends konnten wir so gestalten, wie wir es wollten. Die meisten von uns sahen sich den A-Final zwischen Dar Hero und Frölunda an, das Frölunda nur zur Freude Anthonys mit 2:1 für sich entschied. Später ging es in den Lieseberg oder auf den Stein! Diesen Abend hatten wir unter Anderem dank unserer Leistung bis um 01.00 Uhr Ausgang. Was die, die im Lieseberg waren, leider nicht ganz auskosten konnten, da Luca, noch immer aus unerklärlichen Gründen, aus dem Park hinausgeworfen wurde.

Ausklang und Rückreise

Am Samstag konnten wir wieder den ganzen Tag tun und lassen, was wir wollten. Am Abend liessen wir eine tolle und erfolgreiche Woche Schweden zusammen ausklingen, auf dem Stein mit einer riesen Grillade. Um Mitternacht war Nachtruhe, was Anthony und Foyan zwar nicht ganz recht war, aber aus dem einfachen Grund eingehalten wurde, nämlich zusammen und pünktlich auf dem Flughafen anzukommen (was auch alle einhielten, nur nicht der Carfahrer, der uns nur mit leichter Verspätung morgens um zehn nach fünf statt um zehn vor fünf abholte). Wir sassen pünktlich in unserem Flugzeug, zuerst wieder nach Kopenhagen, dann zurück in unser geliebtes altes Zürich.

Höhepunkte zum Schluss

Und nun noch einige Höhepunkte aus dieser Woche:

  • als Luca wie schon gesagt, aber sicher nochmals erwähnenswert, aus dem Freizeitpark Lieseberg geworfen wurde und als Foyan darauf mit den fünf uns eskortierenden Securitas Streit anfieng;
  • die blonde Dame mit ihrem doch freundlichen Aufpasser aus dem Gymnasium, und natürlich auch Sandra vom Morgenbuffet;
  • wie wir als Mannschaft unter Einfluss von reinem Orangensaft, ohne irgendetwas drin, schon gar kein Alkohol, bei der Eröffnungsfeier abgingen;
  • die anderen dreiviertel weibliche Bevölkerung Schwedens;
  • Haruns FCZ- Hosen, Rajahs und Baldrians Luftmatratze, Capeders sechs paar Schuhe;
  • als Galfetti sein Flugbillet bei der Hinreise verlor, das aber glücklicherweise wiedergefunden wurde, so dass er doch mitreisen durfte;
  • wo wir gerade beim Verlieren sind: als Wieland am letzten Tag sein Trikot verlor, wie auch Pädi, bei dem es aber nach der Nummer neun erst sein zweites Leibchen ist, und diese aber nicht wiederauftauchten;
  • wie Thomas Nacht für Nacht ganze Waldstücke absägte;
  • immer noch Marcs Sonnenbrand;
  • die Gutnachtküsse von Foyan und von mir für Pädi, als dieser verletzt in seinem Bettchen lag;
  • Arnes Unterstützung bei allen Playoffspielen (Mahlzeit);
  • das Tor im Finalspiel, von dem ich heute noch träume;
  • Baldrians Schlachtrufe am Anfang jedes Spiels, der sich wie Jasper heraus fand, vom Jesus zum Satan wandelte;
  • Bernards Fotokamera und die «Hügelaktionen» auf Anthony;
  • Mischa, der drei oder mehr Fotofilme für Frauen verbrauchte, und Foyans Redefähigkeiten, mit denen er fast alle Frauenherzen gewonnen hätte, wenn er nur gewollt hätte (what's up Canada?);

Foyan würde an dieser Stelle sagen: «You are the man! No, I am the man! No, he is the man!» Ich würde sagen: «No, we are the men …».

Zum Schluss möchte ich mich ganz herzlich bei den Donatoren und dem FCW für ihre finanzielle Unterstützung bedanken. Ohne diese hätten wir nicht an diesem eindrücklichen Turnier teilnehmen können.

Über den FC Witikon

Der FC Witikon ist ein mittelgrosser Verein am Stadtrand von Zürich. Wir bieten eine qualitativ hochstehende Fussballinfrastruktur für Jungen und Mädchen ab 5 Jahren und für Männer und Frauen bis 99 Jahre.

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