Der steile Aufstieg des FC Witikon

Image In der regionalen Zweitliga sorgt das Zürcher Quartierteam für Furore und hat als Neuling die Tabellenspitze übernommen.
In der zweiten Halbzeit drehten die Witiker mächtig auf: 1:2 Luca Noventa mittels Penalty, 2:2 Giv Kahrom, 3:2 Jascha Weber. Keine zehn Minuten waren gespielt, und der 0:2-Pausenrückstand gegen Veltheim war in eine Führung umgewandelt.

«Jawohl, jetzt kann ich endlich mehr Würste verkaufen», freute sich Daniel Fuchs etwas ironisch. Der langjährige Witiker Zweitliga-Stürmer und heutige Seniorenobmann im Quartierklub betreibt bei den Heimspielen den Verpflegungsstand. Viel Umsatz hat er damit jedoch nicht machen können. Rund 80 Zuschauer verlieren sich in der Regel auf der Sportanlage Looren, wenn der FC Witikon zu seinen Heimspielen antritt. «Entsprechend bescheiden bleibt auch der Wurstverkauf», räumte Fuchs ein. Immerhin: Neu sind auch Schnitzelbrote erhältlich. Sie sind vor allem bei den Kindern der FCW-Senioren, einer treuen Fangemeinde des Zweitliga-Teams, bestens angekommen.

6 Siege in Serie, aber kaum Zuschauer
Etwas mehr Interesse seitens der Bevölkerung im Zürichberg-Quartier würde der FC Witikon durchaus verdienen. Das Team stieg erst im Sommer aus der dritten Liga auf und hat sich in der höheren Klasse bereits bestens zurechtgefunden. Nach kleineren Startschwierigkeiten kann es mittlerweile eine eindrückliche Siegesserie vorweisen. Das 3:2 gegen Veltheim bedeutete für Witikon den sechsten Erfolg hintereinander. Von einem Abstiegsplatz kletterte das Team kontinuierlich hoch und hat jetzt sogar die Tabellenführung übernommen. Zum Abschluss der Vorrunde kommt es am nächsten Sonntag zum Spitzenkampf gegen das zweitplatzierte Oerlikon-Polizei.

Schöne Aussichten für einen Klub, der in der Saison 1996/1997 mit den Aufstiegsspielen zur ersten Liga seinen sportlichen Höhepunkt erreicht hatte, danach aber für mehrere Jahre in der Versenkung der dritten Liga verschwand. Die konsequente und kontinuierliche Arbeit im Nachwuchsbereich brachte dann nach und nach den Erfolg zurück. Das heutige Zweitliga-Team besteht fast ausschliesslich aus eigenen Junioren, die seit vielen Jahren zusammenspielen.

Ehemaliger FCZ-Sportchef als Coach
Nach regelmässigen Fortschritten wurde das Team im Sommer 2004 von Axel Thoma, dem früheren Bundesligaprofi und FCZ-Sportchef, übernommen. Zusammen mit seinem Assistenten Martin Grob führte der Deutsche bei Witikon die Viererkette ein und verlieh der Mannschaft den taktischen Schliff, der für den jetzigen Höhenflug weit gehend verantwortlich ist. Thomas und Grobs eindrücklicher Erfolgsausweis: Aufstieg aus der dritten Liga und jetzt Tabellenführung in der zweiten Liga.

Fussballerische Kompetenz lässt auch Adi Noventa, Vater von Torschütze Luca, in die Mannschaft einfliessen. Der ehemalige YB-Spieler und Winterthur-Trainer leitet bei Witikon das Marketing und ist zurzeit interimistisch auch Sportchef der ersten Mannschaft.

Der Präsident gibt sich bescheiden
Von einem erneuten Aufstieg will man bei Witikon offiziell vorläufig nichts wissen. «Wir freuen uns, dass es im Moment so gut läuft, schauen aber von Spiel zu Spiel», gibt sich Präsident Ivo Leiss betont bescheiden. Höhere Ambitionen kann im Frühjahr eventuell Daniel Fuchs mit seinem Wurststand hegen. Dann nämlich, wenn in Witikon weitere Teile der Bevölkerung bemerken, dass es am Sonntagmorgen guten Fussball vor der Haustür zu sehen gibt.

Von Robert Wildi, Zürich
© Tages-Anzeiger, 2005-11-08; Seite 39

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