Bald geht in den unteren Regionalfussball-Ligen die Jagd nach Toren und Punkten wieder los. Der 3.-Liga-Tabellenführer FC Witikon startet nach einer intensiven Vorbereitungsphase mit viel Schnee und Kälte mit einem Auswärtsspiel in Hinwil.
Endlich wird es wärmer. Der Schnee schmilzt allmählich von den Zürcher Sportplätzen weg. Höchste Zeit, denn in den Regionalfussball-Meisterschaften sollte gemäss Spielplan der Ball schon seit Mitte März wieder rollen. Der Start in der 1. Liga musste witterungsbedingt um eine Woche verlegt werden.
Die unteren Ligen sollten dank dem jüngsten Frühlinseinbruch jedoch termingerecht Anfang April loslegen können. So auch der 3. Ligist FC Witikon. Sehr zur Freude der Spieler. In der langen Vorbereitungsphase drehten sie auf der tiefverschneiten Sportanlage Looren im hoch gelegenen Züriberg-Quartier unzählige Runden auf der teils vereisten Laufbahn. Eine Alternative dazu gab es kaum. Der fast Knie hoch mit Schnee bedeckte Trainings-Kunstrasen liess jeweils nicht mehr als ein kurzes Spielchen auf zwei Tore zu. Dabei waren weniger Kombinations- und Kurzpassspiel als Kraft und Geradlinigkeit gefragt. Dazwischen organisierte das Trainerduo Martin Grob und Axel Thoma regelmässige Einheiten in der Schulhaus-Turnhalle mit Kraftübungen. Wenigstens dort konnten die ballhungrigen Spieler in der Schlusshalbstunde auf einem ebenen Untergrund den Ball zirkulieren lassen und ihren Spieltrieb ausleben.
Für die Austragung von Vorbereitunsspielen musste der FC Witikon, wie viele andere Regionalfussballteams im Raum Zürich, auf den Sandplatz der Sportanlage Heerenschürli in Schwamendingen ausweichen. Von Sand war auf dem oft verschneiten oder hart gefrorenen Platz allerdings bis im März wenig zu sehen. Das Witiker Team passte sich den widrigen Umständen indes gut an und spielte erfolgreich. Die Resultate 3:1 gegen Wallisellen, 3:0 (Seefeld 2), 6:0 (Oetwil am See) und 4:4 (Stäfa) sind ein Indiz dafür. So richtig Freude am Fussball wollte aber trotz der Siege nicht aufkommen. Der harte Boden und die eisige Kälte verhinderten ein Entfachen von Leidenschaft. Umso mehr kamen Kampf und Einsatzwillen zum Trage.
Trainingslager am Gardasee
Entschädigt für die wochenlangen Winterstrapazen wurde das Team des FC Witikon am vergangenen Wochenende im viertägigen Trainingslager am Gardasee. Bei 15 Grad plus nutzte die Mannschaft die Gelegenheit, zwei Wochen vor dem Rückrundenstart und nach einer langen Phase von Konditionstraining auch spielerisch und taktisch Fortschritte zu erzielen. "Aufgrund des langen Winters haben wir den Zeitpunkt des Trainingslagers kurz vor Saisonbeginn gut gewählt", sagt der FCW-Trainer Martin Grob. Das gilt längst nicht für alle Regionalfussball-Teams. Nicht wenige unter ihnen mussten sich im Februar nach einer Trainingswoche im Süden mit perfekten Rasenplätzen zuhause wieder im Tiefschnee zurechtfinden.
Beim FC Witikon hat das Timing zumindest in der Vorbereitungsphase also gepasst. Bleibt zu hoffen, dass sich dies in einem erfolgreichen Rückrundenstart niederschlagen wird. Am 3. April gehts zum Auswärtsspiel nach Hinwil. Ein vermeintlicher Aufstiegsaspirant, der dem FCW sicher keine Geschenke machen wird und die enttäuschende Vorrunde korrigieren möchte. Zur Erreichung des erklärten Aufstiegsziels steht dem FC Witikon also noch ein harter und beschwerlicher Weg bevor. Ähnlich hart, wie der kalte und lange Winter. Diesen hat der FC Witikon schon mal gemeistert.