Trainingswochenende der zweiten Mannschaft des FC Witikon in Caslano/TI

2002 begann für die zweite Mannschaft des FC Witikon am Freitag, 9. März, als wir uns früh morgens durch den Zürcher Stossverkehr schmuggelten und Richtung Tessin nach Caslano ins Trainingslager fuhren.

Zugleich begann wohl auch der Sommer, denn im Tessin blühten zu diesem Zeitpunkt bereits die Forsythien, der Wein wurde draussen serviert, und in den Trainings strömte der Schweiss. Ideale Vorbereitung auf die RückrundeDer gemeinsame Aufenthalt in der Südschweiz könnte sich im Nachhinein noch als wegweisend herausstellen. Denn der Ausflug aus den düsteren Realitäten des Hau-Alltags war in allen Belangen erfolgreich. Wir konnten uns in den vier Trainingseinheiten und im Spiel gegen die Drittliga-Mannschaft des Luzerner Sportclubs (LSC) unter der wärmenden Tessiner Sonne ideal auf die bevorstehende Rückrunde vorbereiten. Dass die Mannschaft im Trainingslager nach über einem halben Jahr wieder am helllichten Tag und bei schönstem Wetter trainieren konnte, trug viel zur überaus positiven Atmosphäre während des Aufenthalts bei. Dani Schürch, der allgegenwärtige OrganisatorNur der uns zur Verfügung gestellte holprige Rasen erinnerte noch an die sonstigen Zusammentreffen der Mannschaft. Sonst stand das 3-tägige Beisammensein einem Trainingslager eines Serie A – Topklubs in nichts nach, denn in Daniel Schürch, selbst in Caslano wohnhaft und Pendler in unserem Team, hatten wir den perfekten Organisator und Mannschaftssprecher in unseren Reihen. Dani vermittelte uns vom komfortablen Hotel Parcolago, das nur ein paar Palmen vom Luganersee trennt, über die fast schon romantische Joggingstrecke am Seeufer durch die Tessiner Frühlingslandschaft bis zum Tisch im lediglich von Frauen bevölkerten Restaurant so ziemlich alles. Dani und sein treuer Lancia sind im Tessin allgegenwärtig; wann immer ich aus dem Mannschaftsbus schaute, stand er irgendwo zwischen Büschen und Kastanienbäumen und lotste die Mannschaft durch die engen Gassen. Inter Mailand gegen Juventus TurinDas Gemeinschaftserlebnis des Wochenendes, das in manchen Mannschaften den Besuch im Alpamare beinhaltet, bestand für die zweite Mannschaft des FC Witikon aus einem Fussballerlebnis erster Güte. Wir waren unter den 80,000 frenetischen Zuschauern, die dem Serie A-Spitzenspiel von Inter Mailand gegen Juventus Turin im San Siro beiwohnten. Mit der Fahrt unterzog sich der brandneue FCW-Vereinsbus gleichzeitig seiner Feuertaufe. Im dichtesten Kolonnenverkehr, den manche der zuvor auf der Autobahnraststätte gemütlich an Pizza knabbernden Spieler und Trainer unterschätzt hatten, mitunter wilden, spurwechselnden und hupenden Fiats behauptete sich der Bus und fand uns eine Parkmöglichkeit, die, wie uns schien, in unmittelbarer Umgebung des San Siros lag. Der folgende Fussweg zum Stadion erwies sich dann als ungefähr so lang wie die Distanz vom Parkhaus des Einkaufszentrums Witikon zum Letzigrund. Doch auch ohne unser Fahrzeug fanden wir den Weg durch das Chaos von Strassenhändlern, Souvenirverkäufern, Ultras und Tifosi (mit Eintrittskarte oder ohne) zum Fussballpalast, und wir erreichten unsere Sitzplätze kurz vor dem Anpfiff. Vier sehenswerte ToreDiejenigen unter uns, die dem Duell zwischen dem Tabellenführer und dem direkten Verfolger mit Skepsis gegenüber gestanden waren und eine von Taktik geprägte, torarme Partie erwarteten, wurden eines Besseren belehrt. Wir kamen in den Genuss eines Spitzenspiels, das seinem Namen in allen Belangen gerecht wurde. Es fielen vier sehenswerte Tore, die Choreographie der Inter-Ultras war erstklassig und die überschäumende Stimmung im Stadion machte die Partie zu einem Volksfest. Jedes Mitglied der berühmt-berüchtigten Curva Nord hatte zuvor wohl den WC-Papier-Vorrat seines Haushaltes geplündert, was den unteren Teil der Südkurve für kurze Zeit hinter einem riesigen, weissen Teppich verschwinden liess. Die Leistung der Millionäre auf dem Platz konnte sich dann auch sehen lassen. Inters Holländer Seedorf lancierte das Spiel bereits in der siebten Minute durch den Treffer zum 1:0. Noch in der ersten Hälfte mussten die Mailänder den Ausgleich hinnehmen und kassierten nach dem Wechsel einen weiteren Treffer. Als sich die Interisti schon mit der Niederlage abgefunden hatten und sich vornehmlich auf das Abschiessen von Feuerwerkskörpern auf den Turiner Block konzentrierten, gelang Seedorf mit dem Ausgleichstreffer aus über 30 Metern ein Tor, das ohne Zweifel in die enge Auswahl der schönsten Treffer 2002 kommen wird. Freundschaftsspiel gegen den Luzerner SCDie Serie A-Partie ging somit versöhnlicher zu Ende als unser zuvor ausgetragenes Spiel gegen den Luzerner Sporklub. Am Vorabend zeigten sich die Vertreter aus der Innerschweiz noch galant und ermöglichten durch den beträchtlichen Alkohol-Konsum des mitgereisten LSC-Vorstandes die spontane Verlängerung der Hotel-Bar-Öffnungszeiten und somit auch uns nach Mitternacht noch ein paar Bierchen vor dem Schlafengehen. Beim Kickoff waren aber die zuvor ausgetauschten Nettigkeiten wieder vergessen. Nur das Trinkvolumen des mitgereisten weiblichen LSC-Spiko-Mitglieds mit Schweizer Nationalhymne als Natel-Klingelton bleibt wohl nachhaltig in Erinnerung. Das Spiel präsentierte sich als gehässiges Aufeinandertreten und gipfelte sich in zwei Platzverweisen. Der schuldbewusste Schreibende ist dankbar, dass er nach dem Faustschlag des Innerschweizers noch alle Zähne im Mund hat und trotzdem froh, dass die Begegnung nicht in die Fairplay-Wertung einging. Der sogenannte Freundschaftsmatch gegen die ambitionierten Luzerner ging schliesslich ehrenvoll 0:2 verloren. Geglückter RückrundenstartDas ständige Beisammensein des Teams war sicherlich auch in sozialer Hinsicht wertvoll. So konnte während der drei Tage die Basis für eine hervorragende Stimmung in der Mannschaft gelegt werden, die uns die Rückrunde mit viel Elan und Motivation angehen lässt. Nicht zuletzt dank des Trainingslagers startete das «Zwei» erfolgreich ins neue Jahr. Wir konnten uns zwei Wochen nach dem Aufenthalt im Tessin im Nachtragsspiel gegen den FC Hinwil bei winterlichen Verhältnissen mit 2:1 durchsetzen und übernahmen somit die Tabellenführung. Die Aktiven 2 im Mailänder Stadion San Siro

Über den FC Witikon

Der FC Witikon ist ein mittelgrosser Verein am Stadtrand von Zürich. Wir bieten eine qualitativ hochstehende Fussballinfrastruktur für Jungen und Mädchen ab 5 Jahren und für Männer und Frauen bis 99 Jahre.

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