Die letzte elefantöse GV

Keine GV ist wie die andere. Jene in diesem Jahr fing ohne ersichtlichen Grund elf Minuten zu spät an. Mit einem herzlichen «Liebe alle» und dem Verweis auf den letzten Anlass hier im Elefant glättete der Präsident aber sogleich die Wogen. Wehmut erfasste den Saal. Wechseln wir in die Gegenwartsform und blicken quasi live in die nun folgenden Traktanden:

«Die heutigen Stimmverhältnisse resp. die absolute und die Zweidrittelsmehrheit berechnen sich aus…» (dann ging es etwas schnell, aber es waren die Teilmengen 59, 50, 13, 31, 5, 1, 9, 26, 34, ohne Zusatzzahl).

Zur Rechnung war bloss zu vermerken: «Ueli Maurer als der für unsere J+S-Beiträge zuständige Bundesrat wollte weniger Geld geben, was aber dieses Jahr doch keine Auswirkungen hatte». Dies wird vom Plenum mit grosser Genugtuung zur Kenntnis genommen. Ein längeres Murren geht allerdings durch die (älteren) Reihen, als man erfährt, dass bei den Senioren vernachlässigbare Fr. 162 Ausgaben für Material und Platzspesen den budgetierten Fr. 2500 entgegenstehen. Ruhig wird es erst wieder beim Exkurs zu den transitorischen Aktiven und Passiven. Wohl mangels buchhalterischem Verständnis werden die verschiedenen Exceltabellen recht teilnahmslos hingenommen.

«Super Bedienung», meint Faxe vor seinem dritten Bier sitzend.

Anschliessend folgt eine ebenso kurze wie(vorderhand) erfolglose Suche nach Blutauffrischung für den Vorstand. Entsprechend tauchen auch «keine Sprengkandidaten auf, weder gegen den Präsidenten noch die übrigen Vorstandsmitglieder», meint der Vize trocken. Wobei das Wort «übrig» eigentlich einer Erklärung bedürfte. «übrig» im Sinne von «überflüssig, überzählig, überschüssig» kann ja wohl nicht gemeint gewesen sein.

Keine Zeit, Wortklaubereien zu betreiben, denn es folgt plötzlich ein ungeahnter Höhepunkt: Mit dem fünf Minuten zuvor neu formulierten Art. 40 der Statuten eröffnen sich für die Neubesetzung der Revisorenstellen völlig neue Varianten, Möglichkeiten, ... Es wird also [Name Zensur] zum neuen Revisor gewählt – nur um sich perfekte Ausreden für kommendeTrainingsabsenzen geschaffen zu haben?

Da keine Anträge des Vorstandes und der Mitglieder vorliegen, ist Traktandum 9 auch schon durch. Die Kernaussagen aus dem letzten Traktandum 10 (Mitteilungen, Berichte) sind:

  • Der FFC Südost hat 180 Mitgliederinnen, liegt aber am Arsch der Welt, so im O-Ton die Präsidentin
  • Der Donatoren Club 87 hat 12 Mitglieder ist ein Club der seine Sitzungen pünktlich beginnt
  • Der Business Club Loorenkopf hat 40 bis 50 Mitglieder und ein «reifes» Durchschnittsalter, und macht seine Anlässe weit weg vom O-Ton (Liechtenstein etc.)

Ganz gegen Schluss erschallt noch ein Einwurf von zuhinterst: «Martin, könnest Du bitte etwas lauter sprechen?» Darauf ein zweiter Einwurf: «Ja, ich hab auch nichts verstanden – könntest Du nochmals bei Traktandum 2 beginnen…?»

Für den getreulichen Protokollauszug für die 85. Generalversammlung 2018

Beat Eberschweiler

FCW-Korrespondent