Dezente, aber realistische Ziele für die Rückrunde

Der FC Witikon entpuppt sich einmal mehr als gut geführter Verein und hält geduldig an seinen Prinzipien fest.

Noch im letzten Sommer wurde der FC Witikon gegen den Lauf erwischt, als gleich beide Aktivmannschaften in die nächsttiefere Liga abstiegen. Nun sind neun Monate vergangen, der Fussball klopft wieder an die Türe und es ist der Zeitpunkt gekommen, die vergangene Vorrunde sowohl sportlich, als auch vereinstechnisch revue zu passieren. Die erste Mannschaft steht auf einem Mittelfeldplatz in der 3. Liga, die zweite Mannschaft führt ihre 4.-Liga-Gruppe gar an. «Die erste Mannschaft hat viel Potential, aber sie muss noch wachsen»Der «Eis»-Trainer, Patrick Perenzin setzt vorerst ein freundliches Gesicht auf, wenn man ihn nach seinem Team fragt. Im weiteren Gespräch huscht dann doch die eine oder andere Runzel über seine Stirn. «Dafür, dass wir eine sehr junge Mannschaft haben, bin ich rein mit dem Tabellenplatz, auf dem wir stehen zufrieden. Wenn ich jedoch sehe, wie klein die Abstände zu den Teams vor uns sind und wie wir gegen die ausgesehen haben, reut es mich doch, dass wir nicht fünf oder sechs Punkte mehr auf dem Konto haben.» Tatsächlich hat man nur gegen Racing kaum eine Chance gehabt. Allen anderen Gegnern hat man Paroli bieten können, ja, man war oft gar besser und verlor beispielsweise gegen den Tabellenführer Kosova nach einer sicheren Führung doch noch zwei Punkte. «Wichtig ist, dass wir das Schlimmste verhindert haben und nicht wieder gegen den Abstieg kämpfen müssen.» Manch einer mag verwundert über eine solche Aussage sein, doch diese Angst war zu Beginn dieser Saison berechtigt, hat die Mannschaft doch viele Abgänge von Leistungsträgern verschmerzen müssen. Ausserdem fielen drei weitere Spieler allesamt mit Kreuzbandrissen aus. Aber mit jedem Spiel wurde dem Zuschauer klar, dass diese Mannschaft am Tabellenende nichts zu suchen hat. Spielerisch hat dieses Team viele Rekurse und gute Perspektiven. Konditionelle Stärken und Einsatz paaren sich mit einem ansehnlichen Spiel. Leider fehlt es der jungen Truppe oftmals an der nötigen Erfahrung. Dies dürfte auch der Grund dafür sein, dass man diese von Perenzin angesprochenen Punkte verloren hat. «In diesem Punkt müssen die Jungs wachsen, doch das braucht Geduld; ein 19-Jähriger kann noch nicht die Erfahrungen der gestandenen 2. Liga-Spieler besitzen. Wir wollen in dieser Rückrunde die Bestätigung für die Vorrunde liefern, die «Schwächeren» schlagen und gegen die vermeintlich stärkeren Gegner besser aussehen als in den Hinspielen, sprich: unsere Aussetzer vermeiden!» Alles in allem scheint dieses Ziel realistisch zu sein, hat sich beispielsweise der Kämpfer Tano Pelli beinahe ganz von seiner schweren Verletzung erholt und der schnelle Simon Hofmayer wieder bei seinem alten Club eingefunden. Andererseits hat man auf die Rückrunde hin auch wieder zwei Abgänge zu verzeichnen: Allrounder Häuptli widmet sich wieder seinem Studium und auch der quirlige Cathomas verbringt deswegen einige Zeit im Ausland. «Zwei wichtige Absenzen, vor allem vom Menschlichen und vom Kämpferischen her», so Perenzin. Der Vorstand ist zufrieden mit der Arbeit der ersten MannschaftIvo Leiss, der Präsident des FCW findet ähnliche Worte wie sein «Angestellter» Perenzin: «Niemand hat verlangt, dass wir dieses Jahr gleich wieder aufsteigen. Klar hätten wir mehr Punkte auf unserem Konto haben können, doch wir liegen auch so klar im Fahrplan.» Wichtig sei vor allem, dass der Trainer mit seinen Jungs eine gute Arbeit leiste. Der Klassenerhalt ist so gut wie gewährleistet und so muss sich der Verein hauptsächlich darum kümmern, ein gutes Umfeld zu schaffen. Und dies ist eine der grössten Stärken des FC Witikon. Der Club hat seine Leitsätze neu formuliert, möchte wieder vermehrt Kontakte knüpfen. Eine Zusammenarbeit mit dem TheaterTeam Zürich für ein Kultur-Event ist beispielsweise schon geplant. Ebenso wird mit dem «inform», einem neuen Info-Heftchen, das flexibel zu wichtigen Ereignissen im Verein erscheint und das im Quartier aufgelegt wird der Draht zum Fan oder Bewohner verstärkt. Sportliche, finanzielle und auch politische Unabhängigkeit werden angestrebt und die Förderung der eigenen Junioren soll in naher Zukunft seine Früchte tragen. «Wir haben eine starke Juniorenabteilung», meint Leiss. «Der Aufstieg wird wohl im nächsten Jahr von der jetzigen Mannschaft erreicht, aber es ist wichtig, dass man mit Hilfe der Junioren später wieder höhere Ziele anstreben kann. Ausserdem darf man nicht vergessen, dass wir nächstes Jahr vielleicht schon zwei Teams in der dritten Liga stellen.» Tatsächlich scheint das Team um das Trainerduo Lang/Fuchs dieses mögliche Szenario auch verwirklichen zu können, wenn die Leistungen in der Rückrunde nicht total abfallen. Der Anhänger des FCW kann sich also auf eine erfolgreiche Zukunft seines Vereins freuen, zumindest auf organisatorischer Basis. Die Spiele werden schliesslich immer noch auf dem Rasen gewonnen und hier ist vor allem Geduld gefragt.

Über den FC Witikon

Der FC Witikon ist ein mittelgrosser Verein am Stadtrand von Zürich. Wir bieten eine qualitativ hochstehende Fussballinfrastruktur für Jungen und Mädchen ab 5 Jahren und für Männer und Frauen bis 99 Jahre.

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FC Witikon
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