In der Nachspielzeit kam der FC Witikon dank gütiger Mithilfe des Herrliberg-Torwartes zu einem 2:1 Sieg.
«Dusel» war das nach dem Spiel vom Witiker Anhang am meisten verwendete Wort. In einem Spiel, dass wegen den personellen Voraussetzungen nicht unbedingt für den FCW gesprochen hatte (mehrere Spieler waren verletzt oder gesperrt), konnte man sich schliesslich doch noch knapp und nicht ganz unverdient durchsetzen. Der Gastgeber von der Goldküste bestätigte, dass er die drei Punkte gleich an Ort und Stelle behalten wollte. Der Ball blieb vorläufig in Herrliberger Reihen und wurde in mehreren Anläufen vor Grobs Tor getragen. Einige Male waren Mut und Reaktion des Schlussmannes bei Eins-gegen-eins-Situationen gefragt, und das eine oder andere Mal hatte er auch das Glück für sich gepachtet. Doch die Führung sollte erst kurz vor der Pause kommen – für die Witiker. Ein allgemeines Durcheinander im Herrliberger Strafraum wurde durch einen strammen Schuss Schaufelbergers unterbrochen und in Torjubel umgewandelt. Mit dieser Führung konnte man den Pausentee zu sich nehmen und auf 45 spielerisch bessere Minuten in den Reihen der Witiker hoffen. Aber eine ähnliche Situation wie jene, die zur Witiker Führung geführt hatte, zeichnete sich auch im Gästestrafraum ab, diesmal jedoch mit dem schlechteren Ende für die Stadtzürcher. Herrlibergs Bemühungen nahmen nach dem Ausgleich gar zu, waren jedoch nicht von Erfolg gekrönt: kurze Zeit nach dem 1:1 traf der Ball per Kopf nur die Latte. Aufregende SchlussminutenDie letzten zehn Minuten liessen dann noch einmal Spannung aufkommen. Acht Minuten vor Spielende stürmte einmal mehr ein Herrliberger auf Grob zu. Der Keeper suchte den Zweikampf, traf aber nur die Beine des Gegners. Dieser liess sich jedoch nicht fallen, konnte den zu weit vorgelegten Ball aus spitzem Winkel aber auch nicht mehr im Tor unterbringen. Statt einem Rückstand schien sich der FCW das Glück nach dem Vorbild des FC Bayern München eingehandelt zu haben: In der letzten Nachspielminute brachte Weber eine hohe Flanke auf den zweiten Pfosten der Seebuben. Was nach einer einfachen Aufgabe für den Tormann auszusehen schien, entpuppte sich als Fehler mit fatalen Folgen auf das Schlussresultat, denn der Torwart lenkte den Ball mit einer unglücklichen Intervention ins eigene Netz hinein. Ob glücklich oder nicht, dürfte den Städtern ziemlich egal sein, denn mit diesem Sieg hat man sich ein Fünf-Punkte-Polster auf das nächstklassierte Herrliberg geschaffen. Auch nach vorne sieht es für den FCW gar nicht schlecht aus. Racing ist einholbar und in den letzten vier Spielen tritt man gegen schlechter klassierte Teams an, was noch den einen oder anderen Sieg verspricht. Positiv ist zudem, dass endlich wieder einmal ein Spiel mit elf Spielern beendet werden konnte, was nach den Platzverweisen in den letzten Partien Seltenheitswert hat. Nun geht es in den Schlussspurt und Perenzins junge Truppe wird hoffentlich bemüht sein, diesen mit möglichst viel Erfolg hinter sich zu bringen. MatchtelegrammFC Herrliberg-FC Witikon 1:2Tore: 0:1 Schaufelberger (45.); 1:1 (66.); 1:2 Weber (93.)FC Witikon: Grob; Dahinden, Lohrmann (75. Jäckle), Kaufmann (80. Hess), Vonwil; Capeder, Haupt, Genoud, Weber; Schaufelberger, Hofmayer