Professionelle Talentförderung im Quartier

20071114_t Der Zweitligist FC Witikon hat sein neues Förderungskonzept FCW Campus an einem Eltern­abend vorgestellt – und wird von hoher Stelle dafür gelobt.

aus: Tages-Anzeiger, Lokalteil «City», vom 14. November 2007
siehe auch: Fotos in der Bildergalerie

Auf dieses Kompliment kann sich der FC Witikon etwas einbilden. «Was der Zürcher Quartierverein mit dem Nachwuchsprojekt FCW Campus auf die Beine stellt, ist absolut vorbildlich», sagt einer, der es wissen muss. Sein Name ist Beni Bruggmann. Er ist Anfang Woche an einem Eltern-Informationsabend des FC Witikon als Gastreferent zum Thema Kinderfussball aufgetreten und ein profunder Kenner der Materie. Der Verein will ab 2008 sein in der Region einzigartiges Juniorenförderkonzept FCW Campus nach einer einjährigen Pilotphase lancieren.

Zuerst spielen, dann fördern

Bruggmann hofft mit den Witikern, dass die Eltern aus der Region mit ihren Kindern vom zusätzlichen Trainings- und Ausbildungsangebot rege Gebrauch machen werden. Der 67-jährige ehemalige Nationalliga-B-Trainer und Instruktor beim Schweizerischen Fussballverband (SFV) verschreibt sich seit bald 30 Jahren voll und ganz der fussballerischen Zielgruppe der Sechs- bis Zehnjährigen. Bruggmann ist eine, wenn nicht die nationale Koryphäe auf diesem Gebiet und hat zahlreiche Unterlagen wie etwa das offizielle Lehrmittel «Kinderfussball» herausgegeben. «Der Kinderfussball hat nichts mit dem Spitzenfussball bei GC, FCZ oder Basel zu tun», sagt er und meint damit, dass sowohl Eltern wie auch die Kinder selbst nicht immer nur die grosse Profikarriere vor Augen haben sollten.

Stattdessen tragen eben vor allem Quartier- und Dorfklubs wie der FC Witikon eine grosse Verantwortung, Kinder sozial zu integrieren und sie zu fördern. Bei den Sechs- bis Zehnjährigen stellt Bruggmann im Trainingsalltag das Spiel in den Vordergrund. «Wichtig ist es, fast ausschliesslich mit dem Ball zu arbeiten und viele Mätschli zu spielen. Dabei sollen die Kids abwechselnd auf allen Position, von Goalie bis Stürmer, eingesetzt werden.» Bei den älteren Junioren unterstützt er dann eine Spezialisierung auf bevorzugte Positionen sowie gezielte Talentförderung.

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Bruggmanns Lehrplan lässt Kinderherzen höher schlagen: «Wichtig ist vor allem, viele Mätschli zu spielen.» BILD BEAT MARTI

 

Ganzheitliches Förderkonzept

Das Konzept des FCW Campus lehnt sich eng an die Leitsätze des Profis an. Mit den seit zwei Jahren vom Verein offerierten Kids Camps, die künftig neben den Sommer- auch in den Frühlings- und Herbstferien stattfinden dürften, soll der Spieltrieb der Kleinsten befriedigt werden. Parallel dazu will man die älteren Junioren mit Spezial- und Talenttrainings fördern.

Als Technischer Leiter des FCW Campus konnte mit Karl Hartmann ein ehemaliger Nationalliga-Spieler (Winterthur) verpflichtet werden. Zu seinem Team gehört unter anderem auch Lutz Streitenbürger, ein ehemaliger deutscher Bundesliga­Spieler. Die Gesamt-Projektleitung obliegt dem FCW-Marketingleiter Adi Noventa, der ebenfalls auf eine Profivergangenheit als Spieler (GC) und Trainer (Winterthur) zurückblickt.

Zur Finanzierung des Projekts hat der Witiker Vorstand um Präsident Ivo Leiss ein 3-Säulen-Modell erarbeitet. Zu je einem Drittel sollen künftig die Einnahmen aus Sponsorenlauf, den Kids Camps sowie dem neu gegründeten Gönnervereinigung Campus Club zur Teilnahmegebühren die Kosten decken. Ab 2009 will der FCW Campus finanziell selbst tragend sein. Bis dorthin ist der Klub auf Beiträge von Sponsoren angewiesen. Ihre finanzielle Unterstützung zugesichert hat inzwischen die von der Grossbank Credit Suisse gegründete Stiftung Symphasis.Auch von anderen Seiten spürt Witikons Präsident Ivo Leiss viel Support für das Projekt. «Wir sind zuversichtlich, dass wir am FCW Campus noch viel Freude haben werden.»

Über den FC Witikon

Der FC Witikon ist ein mittelgrosser Verein am Stadtrand von Zürich. Wir bieten eine qualitativ hochstehende Fussballinfrastruktur für Jungen und Mädchen ab 5 Jahren und für Männer und Frauen bis 99 Jahre.

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FC Witikon
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