Die Witiker Mannschaft schien optisch konzentriert ins Spiel zu gehen, versuchte sie doch gleich nach dem Anstoss das gegnerische Tor unter Druck zu setzen. Leider unterlief den Platzherren nach wenigen Minuten einen Lapsus in der Abwehr, so dass von da an das Motto hiess, erstmals einem unnötigen Rückstand hinterherzulaufen. Dieses Geschenk spielte Männedorf in die Karten, konnten sie sich von da an auf ihre vermeindlichen Stärken, nämlich massiert in der Abwehr stehen und auf Konter lauern, mehrheitlich beschränken. Die Einheimischen waren dann auch weiterhin bemüht, das Spiel zu machen, kamen dabei gegen Ende der ersten Halbzeit auch zu einer glasklaren Ausgleichschance, die leider nicht verwertet wurde. Witikon griff immer wieder an, nur der letzte Pass oder Vorlage war zu unpräzis, so blieb der unnötige Rückstand auch zur Halbzeit bestehen. Nach dem Pausentee zeigte sich dann aber, auf welch dünnen Eis sich die Witiker Mannschaft zurzeit bewegt. Kaum eine Zeigerumdrehung später vergass man vor dem eigenen Tor die Zuordnung und schon stand es 2:0 für die Gäste. Im Wissen, dass man bis zu diesem Zeitpunkt nicht schlecht gespielt hatte, war das Witiker Team weiterhin bemüht, wieder ins Spiel zurückzufinden. Durch die Einwechslung von Albert Miller, der seit dem Fällander-Spiel verletzt ausfiel, erhoffte sich der Platzclub nochmals weitere offensive Impulse. Nach einer Stunde wurde der Aufwand dann auch belohnt. Kurz darauf hätte sogar der Ausgleich Tatsache sein müssen, doch flog der Ball statt ins, eben neben das Tor. Durch die taktische Umstellung auf drei Verteidiger entwickelte man zwar noch mehr Potenzial nach vorne, selbstverständlich ergaben sich dabei auch Räume für Männedorf, so dass das 1:3 durchaus hätte fallen können. Durch den knappen Spielstand blieb Witikon bis zum Schluss die Chance auf wenigstens noch einen Punkt, der aber schliesslich verwehrt blieb.
Die Witiker Mannschaft ist trotz den vielen Veränderungen in den letzten Wochen stets gewillt, etwas Positives aus einem Spiel zu machen, nur ist nicht zu übersehen, auf welch schmalen Grad sich das Team zurzeit bewegt. Spieler die verletzt waren, müssen kaum wieder dabei, schon (zu) lange Spieleinsätze leisten, weil inzwischen andere Spieler wieder ausfallen. Trainer Marcel Michel ist dabei in seiner schwierigen Arbeit nicht zu beneiden.
Sportanlage Witikon, Zuschauer ca. 40
Torschützen: 5. Min. Pause 0:1, 46. Min. Dellova 0:2, 61. Min. Ersoy 1:2
Aufstellung FC Witikon: Pfenninger; Sempach, (ab 58. Miller), Wieland, Barandun, Ruch, Ersoy, Genoud, Nutt, Oertle, Dolf, Meier, (ab 79. Unger)
Aufstellung FC Männedorf: Lobnik; Bochicchio, (ab 67. Vogt), Hatt, Fegble, Lehmann, (ab 71. Schmid), Lang, Signer, Wehrli, Pause, (ab 80. Abderhalden), Hämmig, Dellova
Bermerkung: Ersoy, Dolf (gelb) (W), Dellova, Fegble (gelb) (M), Oberholzer, Vermeer, P. Capeder, Vlahovic, Schertenleib (verletzt), Brägger, Visconti (privat), L. Auf der Maur (Studium), Koch (Junioren A), Matticoli, Köhli nicht eingesetzt.