22 Jahre FCW-Veteranenstamm

Nachdem auf der Homepage des FC Witikon rege über die 1. Mannschaft berichtet wird und noch nie über den Veteranenstamm, haben wir beschlossen, diesem Zustand ein Ende zu bereiten und zuhanden unserer Mitglieder den nachstehenden Text zu publizieren.

Immer am letzten Mittwoch im Monat treffen sich 15 bis 22 Veteranen, grösstenteils ehemalige Fussballspieler des FC Witikon, zum legendären Veteranenstamm. Hatten wir früher eine reiche Auswahl an Lokalen, um solche Treffen durchzuführen, gibt es heute in Witikon dafür keine einzige öffentliche Gaststätte mehr.

Wolfi und unser Clubhaus

In der Sommersaison gibt uns Wolfgang Salamon im Restaurant des TC Im Hau Gelegenheit zur Durchführung unserer Höcks. Im Winterhalbjahr benützen wir dazu in letzter Zeit unser eigenes Clubhaus Im Hau. Im eigenen Clubhaus fällt aber für «ihn» immer entsprechende Arbeit an, und der «andere» muss dann jeweils den Boden aufnehmen. Aber daran soll es nicht scheitern, die liebe Tradition des regelmässigen Zusammenkommens der älteren FCW-Semester aufrechtzuerhalten.

Paul Hegelbach, die Seele

Um die tiefere Seele unseres Veteranenstammes zu ergründen, haben wir das nachstehende Interview mit dem seit vielen Jahren engagierten Leiter dieser FCW-Abteilung, Paul Hegelbach, dem langjährigen Präsidenten und Ehrenmitglied des FCW, geführt.

-Seit wann gibt es diesen Veteranenstamm, und wie ist er entstanden?

Ursprünglich ging die Initiative 1995 von Giacomo Brunner aus. Im Wesentlichen bestand die Aktivität aber darin, den von Bruno Walz jeweils organisierten Uetliberg-Fondueabend zu unterstützen. 1998 wurde dann im Anschluss an ein Grümpelturnier ein weiterer Anlauf für einen richtigen, festen Veteranenstamm von Hans Jeisy und mir unternommen. Die eigentliche «Geburtsstunde» ist der 26. August 1998, der erste Höck im heutigen Sinn.

-Wer ist dabei, und wer könnte noch dazukommen?

Im Laufe der Zeit kamen immer neue Teilnehmer dazu, oftmals ehemalige Spieler, die weggezogen waren oder sonst den Kontakt zum FCW verloren hatten.  Generell sind es aber in der Regel ehemalige Spieler aus den damaligen Aktivmannschaften aus den Jahren 1950 bis 1980, die nachher dann auch die Senioren-abteilung gründeten.

-Was habt ihr neben den monatlichen Höcks noch für Anlässe?

Da sind natürlich auch Anlässe, die alljährlich stattfinden, wie das Raclette-Essen im Clubhaus, das Treberwurstessen in Uerikon, den Badhüsli-Event in Herrliberg oder der Besuch auf der Rennbahn Oerlikon.

Dann sind da aber auch noch Unternehmungen mit einmaligem Charakter, wie der kürzliche Besuch des kantonalen Amtes für Archäologie, die Besichtigung des Wankdorfstadions mit Führung im Bundeshaus, der Spur nachgehen von Carl Spitteler in Liestal, verbunden mit einem Besuch des Rebbergs in Wintersingen/BL, die Führung durch die Gebäulichkeiten der Wäckerling-Stiftung in Uetikon, eine exklusive Führung in den Katakomben der Rennbahn Oerlikon, eine Besichtigung der damaligen Grossbaustelle Brunau, ein Sommernachtskonzert in der Villa Gabler, dann unzählige Geburtstagsfeste (schöne, gerade Geburtstage häufen sich ja in unserem Alter …), das Tölt-Isländer-Turnier auf dem Dolder oder die gemeinsame Reinigung des Clubhauses.

Zudem gibt es noch Events, an denen Mitglieder des Veteranenstamms gerne gesehen werden, die aber auch noch für andere Personen offen sind, wie das traditionelle Kuttelessen oder das Jassturnier. Ab und zu wird auch Curling gespielt, die Pétanque-Kugeln geworfen oder dem Bocciaspiel gefrönt.

Was bedeutet Dir persönlich diese Gesellschaft?

Ich war von 1976 bis 1985 Vereinspräsident. Ich habe in dieser Zeit stark darauf geachtet, dass wir einen familiären, freundschaftlichen Rahmen hatten – ja, eben, ein echtes Vereinsleben. Viele Mitglieder des Veteranenstamms wohnen in der Zwischenzeit nicht mehr in Witikon. Alle diese Mitglieder hätten über kurz oder lang keinen Bezug mehr zum FCW oder zu Witikon. In meiner ganzen «Laufbahn» im FCW ging es mir stets mehr um das Gesellschaftliche als um den Sport. Ich spüre heute von unseren alten «Kämpen» eine grosse Dankbarkeit, dass wir diesen Veteranenstamm nun schon seit über 22 Jahren pflegen dürfen und unterhalten können. Es ist eine Art «Kundenbindung»“ für passive FCW-Mitglieder und dadurch eben auch «Zuschauerbindung» für die Spiele des Fanionteams – wo ja die personelle Konstanz nicht gerade ein Markenzeichen ist.

-Was könnte besser sein bzw. werden?

Ich habe verschiedene Versuche unternommen, damit nicht eines Tages der letzte Überlebende des Veteranenstamms den «Lichtschalter» drehen muss. Mir wäre es noch so recht gewesen, wenn laufend jüngere Mitglieder, mit denen wir natürlich nie zusammengespielt haben, zum Veteranenstamm dazugestossen wären. Leider blieb es aber beim Versuch.

Ein grosses Problem ist natürlich heute auch die Tatsache, dass unser Stammlokal «Elefant» für immer die Tore schloss und überhaupt alle «Beizen» in Witikon eingegangen sind. In den Sommermonaten arrangieren wir uns nun bei Wolfi in der Tennisanlage im Hau. In den Wintermonaten erlebt das Clubhaus im Hau ein eigentliches Revival. Für viele von uns ist das Clubhaus ja auch mit unglaublichen Erinnerungen verbunden. Schliesslich haben wir uns mit der Situation, wie sie nun einmal in Witikon ist, abzufinden.