Der korrekte Plural

Es gibt nur wenige Wörter, die man verschieden in ihre Mehrzahl setzen kann. Pizza zum Beispiel, Pizzas oder Pizzen. Oder Komma, Kommas oder Kommata. Oder Trauma, geht durch als Traumas, Traumen, Traumata. Warum dieser Exkurs in die korrekte deutsche Sprache? Weil ich von Halbfinaltraumata schreiben muss, unbedingt.
Beim ersten Mal tat es echt weh. Wir kämpften uns mit den Ü40 bis in den Halbfinal des Schweizer Cups, schieden dort gegen Srbija aus. Ein paar Jahre später, bereits Ü50, standen wir wieder dort. Diesmal erlaubte Corona keine Spiele, der Sieger wurde ausgelost, wir verloren ein zweites Mal. Aber diesmal ist der Schmerz unbeschreiblich. Wir kehrten ein 1:4 mit dem Schlusspfiff in ein 4:4. Es wurden im Anschluss gefühlt 20 Penalties geschossen, wovon etliche wiederholt werden mussten. Und am Schluss verlor man 11:12, weil der Korrespondent seinen Elfer an den Pfosten setzte. Fünf Zentimeter weiter links, und wir hätten 18:17 gewonnen. Bilde ich mir ein.
Das macht es aber nicht besser. Das Schlimme ist nämlich, dass auch diese Schreibtherapie hier nicht hilft. Nach 51 Jahren Fussballkarriere bleibt dieser eine Fehlschuss auf ewig eingebrannt in der Erinnerung. Die Angst vor dem Elfmeter. Der Makel des Versagens. Das Schweigen gegenüber den noch ungeborenen Enkeln. Die Schmach von Oetwil am See.
Ich spiele ernsthaft mit dem Gedanken, eine zweite Karriere im Synchronschwimmen der Herren ü60 im Doppel zu lancieren. Wenn das bloss nicht zu einem zweiten Trauma wird….

Euer FCW-Korrespondent
Beat Eberschweiler